Höhere Datensicherheit für Behörden durch On-Premises-Lösungen
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Schleswig-Holstein zeigt als erstes Bundesland, wie der Weg aus der digitalen Abhängigkeit aussehen kann: Die Landesverwaltung verabschiedet sich von Microsoft und setzt künftig auf Open Source. Vor dem Hintergrund transatlantischer Spannungen und der engen Verflechtung großer Tech-Konzerne mit der Politik gewinnt die Debatte um digitale Souveränität an Schärfe. Abhängigkeiten verringern bedeutet, Kontrolle über Daten, Prozesse und Technologien zurückzugewinnen – und sich strategische Unabhängigkeit für die öffentliche Verwaltung zu sichern.
Digitale Souveränität statt Vendor-Lock-in
Nach fast einem Jahr seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ist deutlich, wie riskant Europas digitale Abhängigkeit von US-Anbietern ist. Wenn US-Tech-Riesen politisch Rückenwind bekommen, geraten europäische Grundwerte im Zoll-Konflikt unter Druck. Unternehmen und Behörden tragen mit US-Cloud-Lösungen nicht nur hohe finanzielle Risiken, sondern auch erhebliche Datenschutzlasten. Wer ohne die Dienste der großen Anbieter nicht mehr handlungsfähig ist, akzeptiert deren Preispolitik und Datenschutzpraktiken. Cloud-Kunden müssen unterdessen mit Preissteigerungen rechnen: Microsoft hat seit 2022 mehrfach die Gebühren für M365 erhöht, für April 2025 erneut drastische Anhebungen um bis zu 40 Prozent angekündigt und der Vendor-Lock-in zwingt viele zur Zahlung. Schleswig-Holstein stellt sich dem entgegen und bricht die Kostenfalle auf.
Verwaltung in Schleswig-Holstein: Open Source als Ausweg
Während andere Bundesländer wie Bayern und die Bundesverwaltung stärker auf Cloud-Dienste wie Microsoft 365 setzen, entscheidet sich Schleswig-Holstein für Open Source und damit für digitale Souveränität in der Verwaltung. Ein Meilenstein ist inzwischen erreicht: Das E-Mail-System der Landesverwaltung wurde erfolgreich von Microsoft Outlook und Exchange auf Open-Source-Lösungen migriert. Bereits im Jahr zuvor begann Schleswig-Holstein, LibreOffice als Standard-Büro-Software einzuführen; nach der erfolgreichen Migration soll MS Office nun von allen digitalen Arbeitsplätzen der Landesbehörde verschwinden.
Zugegeben, der Umzug von über 40.000 Postfächern mit mehr als 100 Millionen E-Mails und Kalendereinträgen war ein Großprojekt, bei dem nicht alles reibungslos verlief. Justiz und Polizei berichteten über technische Mängel und Ausfälle, Digitalminister Dirk Schrödter (CDU) räumte Fehler bei der Migration ein: „Eine solche Umstellung ist keine Kleinigkeit. Wir sind echte Pioniere. Wir können nicht auf die Erfahrung anderer zurückgreifen – weltweit gibt es kaum ein vergleichbares Projekt dieser Größenordnung.“ Trotz Schwierigkeiten bekräftigte Michael Burmeister von der Richtervereinigung die Bedeutung der Unabhängigkeit von großen Tech-Konzernen und sprach sich deutlich gegen eine Microsoft-Rückkehr aus.
Auch für andere Verwaltungen und Unternehmen gilt: Statt sensible Daten zu gefährden, Budgets zu überziehen und die Abhängigkeit zu vertiefen, ist es Zeit für eine Neuausrichtung der IT-Strategie. Die Hyperscaler forcieren Abo-Modelle – wer mietet, nutzt Software nur so lange, wie er zahlt. Anbieter können Preise und Lizenzbedingungen jederzeit anziehen. IT-Entscheider sollten sorgfältig abwägen, welche Cloud-Services wirklich nötig sind und wo On-Premises-Lösungen sinnvoll bleiben. Perpetual-Lizenzen werden einmal bezahlt und anschließend dauerhaft genutzt; selbst Microsoft bietet mit Office 2024 LTSC oder Windows Server 2025 weiterhin On-Premises-Versionen.
Hybride IT-Strategie: Souveränität und Wirtschaftlichkeit verbinden
Empfehlenswert ist ein hybrider Ansatz, der Cloud-Services und On-Premises-Software kombiniert. Kritische Daten und Anwendungen bleiben unter eigener Kontrolle, die Cloud wird dort genutzt, wo Flexibilität und Skalierbarkeit erforderlich sind. In „Bring Your Own License“-Modellen entscheiden Unternehmen und Behörden selbst, welche Software in welcher Cloud-Infrastruktur läuft. Das reduziert Vendor-Lock-in, erhöht die Unabhängigkeit und kann die Kosten langfristig senken. Besondere wirtschaftliche Vorteile bietet der Einsatz gebrauchter Lizenzen: Bei spezialisierten Händlern sind sie gegenüber dem Neupreis um bis zu 70 Prozent günstiger. Der Europäische Gerichtshof hat den Handel mit Gebrauchtsoftware bereits 2012 als rechtmäßig bestätigt. So können Lizenzen nicht nur günstiger erworben, sondern bei Nichtbedarf auch wieder verkauft werden.
Der steinige Weg aus der Abhängigkeit
Der unbequeme Weg ist der richtige: Sich aus jahrzehntelang gewachsenen Abhängigkeiten zu befreien, erfordert die Bereitschaft, über Steine zu gehen. Das ist nicht immer einfach. Doch wer echte digitale Souveränität anstrebt, findet dafür in Schleswig-Holstein ein belastbares Beispiel und Vorbild. Gerade in der Verwaltung ist das Thema hochbrisant – sensible Bürgerdaten stehen auf dem Spiel, und die Handlungsfreiheit kann durch die enge Verflechtung der US-Tech-Konzerne mit der Regierung gefährdet werden.
Wer auf ein hybrides Modell setzt und die Vorteile von On-Premises-Lizenzen mit einer skalierbaren Cloud-Infrastruktur kombiniert, idealerweise von europäischen Anbietern, stärkt digitale Souveränität und erhöht die Verlässlichkeit. Für die Verwaltung in Schleswig-Holstein und darüber hinaus ist Open Source ein handfester Schritt in Richtung Unabhängigkeit: weniger Kosten, mehr Kontrolle, klare Rechtskonformität.
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