Unternehmen im Würgegriff der Software-Riesen

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Können Unternehmen ihre IT-Entscheidungen überhaupt noch selbstbestimmt und kompetent treffen? Daran wirft ein kürzlich im Handelsblatt erschienener Artikel begründete Zweifel auf. Der Beitrag brachte das teils brutale Vorgehen großer Cloud-Software-Anbieter ans Licht. Vor einiger Zeit hat bereits das renommierte Marktforschungsinstitut Gartner ermittelt, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre IT-Entscheidungen bereuen. Viele klagen über frustrierende Beschaffungsprozesse im Cloud-Kontext. Dabei ist häufig nicht einmal klar, welche konkreten Leistungen sich hinter dem Trendwort „Cloud“ eigentlich verbergen. Die Folge sind wachsende Frustration und Abhängigkeiten. Wie konnte es zu dieser Misere kommen?

Um diese Frage zu beantworten, bedarf es einer historischen Betrachtung. Jahrzehntelang haben Unternehmen ihre IT-Kompetenzen, Lösungen und Ressourcen im eigenen Haus abgebaut und sich gleichzeitig ungebremst von wenigen US-Software-Riesen wie Microsoft abhängig gemacht. Fälschlicherweise wurde dieser Trend häufig als fortschreitende Digitalisierung verstanden. Indes treiben die Anbieter die Abhängigkeit mit einer immer intensiveren Verflechtung von IT-Infrastruktur und Anwendersoftware weiter voran. Sie schnüren die verschiedensten, undurchsichtigen Pakete aus Abonnement-Lizenzen und Cloud-Leistungen. Viele Unternehmen lasen sich nahezu blind von den Werbebotschaften der Hersteller leiten – ob aufgrund mangelnder Kompetenz, Bequemlichkeit oder intransparenter Bedingungen. Sie lagern sogar sensible Daten, Prozesse und IT-Infrastruktur in die Cloud aus und nehmen in Kauf, dass kundenfreundliche Rechte , etwa des deutschen AGB-Rechts infolge anwendbaren ausländischen Rechts nicht zur Anwendung gelangen. Ob das mit Compliance-Vorgaben vereinbar ist, erscheint mindestens zweifelhaft.

Das böse Erwachen aus dem Cloud-Traum
Lange Zeit haben Kunden die negativen Effekte von Abo- und Cloud-Modellen verdrängt und sich wenig Gedanken über Lock-in-Effekt, Verlust von Datenhoheit und einseitigen Preiserhöhungen gemacht. Doch nachdem Microsoft im vergangenen Jahr die Lizenzkosten um bis zu 25 Prozent bei Abo-Produkten angehoben hat, ist der Aufschrei groß gewesen. Auch in diesem Jahr wurde bereits die nächste Preiserhöhung um satte 11 Prozent von Microsoft zum 1. April für Microsoft Cloud-Produkte eingeläutet. Da zudem initiale Rabatte regelmäßig wegfallen, laufen bei Kunden die Kosten aus dem Ruder. Auch SAP und andere Software-Anbieter sind mit Preiserhöhungen nachgezogen. In Zeiten von Energiekrise und Inflation bringt das viele Unternehmen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Dazu kommt das aggressive Gebaren, mit dem Microsoft seine Konditionen umsetzt. Das Handelsblatt spricht von einem Benehmen „wie ein Elefant im Porzellanladen“. Microsoft nutze hier seine Marktmacht und die geschäftskritische Abhängigkeit seiner Kunden aus. Letztere ist in der Tat in ganz Europa höchst problematisch. Mit gutem Grund will die EU die digitale Souveränität in Europa stärken und europäische Cloud-Alternativen vorantreiben. Seit Jahren versucht sie außerdem, den unlauteren Geschäftspraktiken der marktbeherrschenden Anbieter Einhalt zu gebieten.

IT-Strategien und Software-Beschaffung kritisch beleuchten
Aber staatliches Eingreifen allein genügt nicht. Auch Kunden müssen selbst wieder mehr Verantwortung übernehmen. Bei aller berechtigten Kritik an den großen Softwareherstellern sind viele der Probleme, vor denen Unternehmen heute stehen, hausgemacht. Etliche der Risiken waren bereits lange Zeit bekannt. Kunden haben sich allzu leichtfertig in Cloud- und Abo-Modelle begeben, ohne zumindest Vorkehrungen wie Exit- und Fallback-Strategien oder Sondervereinbarungen zu treffen. Kaum jemand hat eine Risikobewertung durchgeführt oder betriebswirtschaftlich durchgerechnet, ob eine Office-Software im Cloud-Abo oder als Kauf-Version rentabler ist. Beide Varianten von Word, Outlook und Co. lassen sich nahezu identisch nutzen. On-Premises-Lizenzen können Kunden aber auch als Gebrauchtsoftware kaufen und wieder verkaufen.

On-Premises-Lizenzen wird es weiterhin geben
Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, die eigene IT-Strategie zu hinterfragen, eine Kosten-Nutzung-Betrachtung durchzuführen und Anschaffungen präzise auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen. Hierfür gilt es zunächst, die benötigten Leistungen zu ermitteln und Angebote zu prüfen. Die Cloud ist nicht alternativlos, denn On-Premises-Lizenzen sind noch lange nicht tot – auch wenn schon viel darüber gemunkelt wurde. Nach wie vor veröffentlicht Microsoft kontinuierlich neue Kauf-Versionen seiner Software. Erst kürzlich hat der Hersteller zudem Zugeständnisse zugunsten hybrider Modelle gemacht, sodass Kunden ihre Lizenzen auch in den Clouds anderer Anbieter nutzen können. Es wäre falsch zu glauben, dass Cloud- und Abo-Modelle unausweichlich sind. Welche Entwicklungen die Zukunft bringt, ist heute noch gar nicht absehbar.

Gebrauchtsoftware bricht Machtstrukturen auf
Unternehmen sollten sich wieder auf ihre eigenen Interessen besinnen und genau abwägen, ob und wo ein Cloud- oder Abo-Modell sinnvoll ist. In vielen Fällen kann es besser und rentabler sein, auf Perpetual (On-Premises) Lizenzen zu setzen. Dabei lohnt es sich, die rechtlich gesicherten Möglichkeiten von Gebrauchtsoftware auszuschöpfen. So sparen Kunden Geld und bewahren gleichzeitig ihre europäischen Eigentumsrechte sowie Grundfreiheiten an der Software. Es geht nicht darum, auf die Cloud zu verzichten, sondern IT-Entscheidungen wieder selbstbestimmt und bewusst zu treffen. Meist ist ein gesunder Mix aus bedarfsgerechten integrativen Cloud Services und Perpetual-Softwarelizenzen der beste Weg, um die heute geforderte Dynamik zu erzielen und gleichzeitig Investitionen zu sichern. Gekaufte Lizenzen kann man wahlweise in eigenen oder Cloud-Infrastrukturen einsetzen und bei Bedarf auch wieder gebraucht verkaufen oder günstig nacherwerben. Der Gebrauchtsoftware-Markt bricht die Machtstrukturen der großen Software-Anbieter auf und unterstützt Unternehmen dabei, eine selbstbestimmte, passgenaue IT-Strategie umzusetzen.

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Andreas E. Thyen LizenzDirekt AG gebrauchte Softwarelizenzen

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Andreas E. Thyen

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